Staroperation und Intraokularlinse

Was ist ein "Grauer Star"?

Als Grauen Star oder Katarakt bezeichnet man die Eintrübung der ursprünglich klaren Augenlinse. Sie bemerken einen mit der Zeit zunehmenden Schleier. Die Operation des Grauen Stars ist die einzige Behandlungsmöglichkeit, die Sehfähigkeit wieder zu verbessern. Der Eingriff ist in aller Regel schmerzlos und zählt heute zu den häufigsten Operationen überhaupt.

Wann sollte der Graue Star operiert werden?

Den Zeitpunkt der Operation bestimmen Sie in Absprache mit Ihrem Augenarzt. Für Autofahrer oder für spezielle berufliche Sehanforderungen gelten natürlich andere Maßstäbe als das subjektive Gefühl: "Ich sehe eigentlich noch ganz gut". In diesen Fällen wird der Augenarzt schon relativ früh zur Operation raten. Mit den heutigen Verfahren ist die Komplikationsrate der Staroperation sehr gering. Mehr als 90% aller Patienten können nach dem Eingriff wesentlich besser sehen. Doch mit diesem guten Ergebnis ist leider nicht zu rechnen, wenn ein Patient zusätzlich zum Grauen Star von einer anderen Augenkrankheit betroffen ist, wie etwa von einer Durchblutungsstörung der Netzhaut, einer diabetischen Netzhautkrankheit oder einem Grünen Star. Ihr Augenarzt berät Sie bei Ihrer Entscheidung und sagt Ihnen, welche Verbesserungen die Operation für Sie bringen kann.

Wie muss man sich auf die Operation vorbereiten?

Wenn Sie sich zur Staroperation entschlossen haben, untersucht Ihr Internist oder Praktischer Arzt zunächst Ihren allgemeinen Gesundheitszustand. Vor der Operation wird bei der Voruntersuchung mit Ultraschallmessung der Brechwert für Ihre Kunstlinse berechnet. Für die Staroperation ist in den meisten Fällen nur eine örtliche Betäubung erforderlich.

Was geschieht während der Operation?

Bei der Staroperation wird über einen sehr kleinen Schnitt die Linsenkapsel vorne scheibenförmig eröffnet, der härtere Linsenkern mit Ultraschall verflüssigt und abgesaugt. Über diesen Schnitt wird eine künstliche Linse eingeschoben und in das Auge eingesetzt.

Wird ambulant oder stationär operiert?

In den meisten Fällen können die Patienten ambulant operiert werden. Allerdings ist die ambulante Staroperation nicht immer möglich; Ihr Augenarzt wird in Zusammenarbeit mit Ihrem Hausarzt das für Sie optimale Verfahren absprechen.

Welche Behandlung ist nach der Operation erforderlich?

Auch wenn Sie schnell wieder zu Hause sind, ist Ihre Behandlung noch nicht abgeschlossen. Sie müssen über eine längere Zeit die nach der Operation verordneten Augenmedikamente anwenden und das operierte Auge von Ihrem Augenarzt kontrollieren lassen. Ihre Arbeitsfähigkeit und die Erlaubnis, Auto zu fahren hängt von der Sehschärfe nach der Operation ab und insbesondere auch davon, ob Sie dafür eine neue Brille brauchen. Erst mehrere Wochen nach der Operation kann ein neues Brillenglas verordnet werden.

Komplikationen bei oder nach der Operation

Komplikationen bei oder nach der Operation, vor allem, wenn zusätzliche Augenkrankheiten vorliegen haben einen verzögerten Heilungsverlauf zur Folge. In der Regel werden Sie aber schon am Tage nach der Operation eine Verbesserung Ihres Sehvermögens bemerken. Die Gesundheit Ihrer Augen und Ihr bestmögliches Sehvermögen stehen für Ihren Augenarzt an erster Stelle. Er berät Sie bei Ihrer Entscheidung, ob Sie sich wegen Ihres Grauen Stars operieren lassen, wann dies geschehen soll und nach welcher Methode.

© Berufsverband der Augenärzte Deutschlands e.V.


Was ist das: "Grüner Star" oder "Glaukom"?

Als Glaukom oder Grünen Star bezeichnet man eine Drucksteigerung im Augeninnern, die verschiedene Ursachen, aber die gleiche Wirkung hat: sie zerstört das Sehvermögen. Diese Krankheit steht unter allen Erblindungsursachen in unserem Kulturkreis an erster Stelle, obwohl bei rechtzeitiger Behandlung das Augenlicht gerettet werden kann. Es gibt mehrere Glaukomformen, die häufigste ist das Offenwinkel-Glaukom, daneben existieren u.a. das angeborene und das Winkelblock-Glaukom. Im Inneren des Auges bildet sich dauernd eine Flüssigkeit, die durch ein schwammähnliches Gewebe aus dem Auge in die Blutgefäße abgeleitet wird. Wenn dieser Abfluss verstopft ist, steigt der Augeninnendruck. Die einzige "Schwachstelle" liegt dort, wo der Sehnerv ins Gehirn einmündet. Der krankhaft erhöhte Druck schädigt nach und nach den Sehnerv, der durch den Druck allmählich abstirbt, was dem Kranken zunächst nicht bewusst wird.
Der Augenarzt erkennt diese gefährliche Krankheit frühzeitig u.a. durch die Messung Ihres Augeninnendrucks. Diese Untersuchung ist für Sie unkompliziert und absolut schmerzlos. Vom Glaukom sind zwei von hundert aller über Vierzigjährigen in der Bundesrepublik betroffen. Mit zunehmendem Alter steigt die Zahl der Erkrankten steil an. Die Krankheit ist so gefährlich, weil man sie nicht wahrnimmt, und wenn man sie endlich bemerkt, sind die Schäden nicht mehr rückgängig zu machen. Wer mit 40 Jahren noch einen normalen Augendruck hat, ist keineswegs sicher, dass diese Werte auch zwei bis drei Jahre später noch stimmen. Eine einmalige Druckmessung mit normalem Befund gibt keine Garantie für den Rest des Lebens.

Verschiedene Stadien des Grünen Stars:

 

Eine Augeninnendruck-Steigerung kann besonders jenseits des vierzigsten Lebensjahres auftreten, ohne dass man Schmerzen oder Sehstörungen hat. Erhöhte Gefahr besteht für Blutsverwandte am Glaukom erkrankter Familienmitglieder. Bei ihnen tritt der erhöhte Augeninnendruck oftmals lange vor dem 40. Lebensjahr auf und ist grundsätzlich eine Erkrankung, mit der sie rechnen müssen. Die Anlage zum Glaukom ist erblich. Wenn einer Ihrer Blutsverwandten von dieser Augenerkrankung betroffen ist, müssen Sie unbedingt Ihren Augeninnendruck häufiger regelmäßig von Ihrem Augenarzt überprüfen lassen - nicht erst nach dem 35. Lebensjahr! Auch bestimmte Medikamente haben Einfluss auf den Augeninnendruck. So erkranken Patienten, die wegen ihres Rheumas oder ihrer Allergie über längere Zeit Kortison-Präparate einnehmen müssen, öfter als normal am Glaukom. Das gilt nicht nur für Spritzen und Tabletten, sondern auch für Nasentropfen oder Zäpfchen. Auch bei Diabetes oder Gefäßerkrankungen kommt das Glaukom häufiger vor.

 

Ist eine Selbsterkennung des "Grünen Stars" möglich?

Die häufigste Form des Glaukoms ist das Offenwinkel-Glaukom. Hierbei entsteht schleichend im Laufe von vielen Jahren eine Abflusssperre, die den Augendruck erhöht. Die daraus resultierende Sehnervschädigung fällt dem Betroffenen erst auf, wenn ein großer Teil des Sehnervs zerstört ist und Bildausfälle entstehen. Die Therapie erfolgt in der Regel mit Augentropfen. Das Winkelblock-Glaukom oder der akute Glaukom-Anfall ist dagegen viel seltener. Bei diesem Typ treten in der Regel sehr heftige Schmerzen im Auge auf. In diesem Fall besteht höchste Gefahr für das Augenlicht, doch durch rechtzeitige fachärztliche Behandlung kann es gerettet werden. Die Therapie erfolgt mit Laser oder operativ, evtl. müssen auch hier Augentropfen appliziert werden. Das angeborene Glaukom ist eine Fehlentwicklung des Augeninneren. Seine Symptome äußern sich durch Lichtscheu, Augentränen. Auch die "ungewöhnlich schönen großen Augen" eines Babys deuten auf ein angeborenes Glaukom hin. Es muss bereits bei den ersten Anzeichen ein Augenarzt zu Rate gezogen werden. Nur eine frühzeitige Operation kann die Erblindung verhüten.

Die Aussichten für Ihr Sehvermögen

Selbst wenn Sie nichts am Auge spüren, kann dennoch eine Glaukom-Erkrankung vorhanden sein. Lassen Sie nach dem 40. Lebensjahr Ihren Augendruck alle 1 - 2 Jahre messen. Suchen Sie Ihren Augenarzt auf, wenn Sie im Auge Schmerzen haben, wenn eine Rötung auftritt oder wenn Sie Veränderungen Ihrer Sehleistung feststellen.

Wer seine Augen regelmäßig untersuchen lässt, braucht den grünen Star nicht zu fürchten.

© Berufsverband der Augenärzte Deutschlands e.V. (Auszugsweise)


Trockenes Auge

Immer mehr Menschen leiden unter einem Trockenen Auge. Oft hat diese Erkrankung einen harmlosen Verlauf, zumindest solange sie konsequent behandelt wird. Harmlos erscheinende Augenstörungen, können der Hintergrund einer schweren Augenerkrankung sein, die ohne fachgerechte Behandlung im schlimmsten Falle zu einer Sehbehinderung führen kann.

Woran erkennt man ein Trockenes Auge?

Das Trockene Auge wird von einer Reihe charakteristischer Symptome, die auch bei anderen Erkrankungen auftreten können, begleitet. Die Entscheidung, ob Sie wirklich unter einem Trockenen Auge leiden, kann also nur Ihr Augenarzt mit Sicherheit treffen, denn nur er verfügt über die entsprechende Ausrüstung, diese Diagnose zu stellen.

• Es gibt aber eine Reihe von Symptomen, die häufiger im Zusammenhang mit dem Trockenen Auge auftreten:

• die Augen fühlen sich trocken an, als hätten Sie Sand oder in den Augen, oft sind die Augenlider morgens verklebt

• die Augen sind häufig gerötet, brennen, jucken und tränen, oft gibt es ein Druckgefühl auf den Augen Was ist eigentlich unter einem Trockenen Auge zu verstehen?

• Besser als vom "Trockenen Auge" spricht man von einer "Benetzungsstörung", das heißt, dass entweder zu wenig Tränenflüssigkeit hergestellt wird oder dass die Tränenflüssigkeit eine falsche Zusammensetzung hat. Dann reißt der Tränenfilm an manchen Stellen auf, was zur Beschädigung der Hornhaut oder der Bindehaut führt.

• Der Tränenfilm hält Ihr Auge feucht, versorgt es mit Nährstoffen und Sauerstoff, darüber hinaus ist er die äußerste Barriere des Auges zu seiner Umwelt und schützt das Auge gegen Krankheitserreger. Nur ein optimal ausgebildeter Tränenfilm kann Ihr Auge vor äußeren Umwelteinflüssen schützen.

Wodurch entsteht ein Trockenes Auge?

• Durch Rückgang der Tränenproduktion mit zunehmendem Alter, durch hormonelle Umstellungen in den Wechseljahren

• Durch Umwelteinflüsse wie Ozon, Wind, Abgase, Rauch, durch trockene Raumluft (Heizung), Klimaanlagen und Zugluft Durch Alkohol und Nikotin

• Durch Medikamenteneinnahme wie der "Pille", der Betablocker oder Psychopharmaka wird die Tränenproduktion reduziert

• Durch die Daueranwendung von sogenannten "Weißmachern", das sind Augentropfen gegen leichte Reizungen, die in der Apotheke frei verkäuflich sind

• Einige chronische Erkrankungen (z.B. Rheumatismus und Hauterkrankungen) können zu einem Trockenen Auge führen

• Bei Bildschirmarbeit, beim Autofahren und beim Lesen ist die Lidschlagfrequenz oft herabgesetzt

• Kontaktlinsen können den Tränenfilm beeinflussen

• Ein veränderter, unvollständiger Lidschluss kann zu einem Trockenen Auge führen

Ist das Trockene Auge gefährlich?

Sie sollten sich zunächst keine Sorgen machen. Wenn Ihre Erkrankung durch einen Augenarzt therapiert wird, so ist ein schwerer Verlauf nicht zu befürchten. Ein unbehandeltes Trockenes Auge kann allerdings zu einer chronischen Bindehaut? und Hornhautentzündung führen, im schlimmsten Fall zu Hornhautgeschwüren und Narbenbildung mit der Gefahr einer Sehbehinderung.

Wie stellt der Augenarzt die Diagnose Trockenes Auge?

Ihr Arzt untersucht die Augen an einer Spaltlampe (Biomikroskop), dabei kann er die Horn- und Bindehaut beurteilen und die Stabilität des Tränenfilms testen. Darüber hinaus gibt es noch weitere Tests für die Prüfung der Tränenmenge und -qualität.

Wie wird das Trockene Auge behandelt?

Was hat der Contactlinsenträger zu beachten? Zur Behandlung des Trockenen Auges werden künstliche Tränen verwendet. Diese Tränenersatzmittel kann man bei Bedarf auch sehr häufig tropfen, sie haben keine Nebenwirkungen auf den Organismus. Es gibt konservierte und unkonservierte Präparate. Kontaktlinsenträger und Patienten mit Allergien gegen Konservierungsstoffe sollten Präparate ohne Konservierungsstoffe anwenden. Sie sollten hier aber unbedingt Rücksprache mit Ihrem Augenarzt halten.

Was können Sie selber tun, um Ihre Beschwerden zu lindern?

• Sorgen Sie für genügend Luftfeuchtigkeit, schützen Sie Ihre Augen vor Zugluft, meiden Sie Räume, in denen geraucht wird

• Gönnen Sie Ihren Augen, gerade wenn Sie z.B. viel am Bildschirm arbeiten, hin und wieder eine Pause

• Tragen Sie beim Schwimmen im Chlorwasser unbedingt eine Schwimmbrille

• Halten Sie sich regelmäßiger an der frischen Luft auf, trinken Sie ausreichend Flüssigkeit, reinigen Sie öfter Ihre Lidränder

WICHTIG: Keine Weißmacher, keine Selbstmedikation bei Augentropfen, hier liegt die Gefahr ernsthafter Augenschäden. Nur der Augenarzt kann feststellen, welche Ursachen für Ihre Erkrankung in Frage kommen und wie sie optimal behandelt werden können.

© Berufsverband der Augenärzte Deutschlands e.V. (auszugsweise)


Diabetes und Auge

Die Zuckerkrankheit (der Diabetes mellitus) ist eine der Allgemeinerkrankungen, die Folgeschäden am Auge hervorrufen können.

Eine lebenswichtige Energiequelle für die Zellen unseres Körpers ist Traubenzucker (Glucose). Wir gewinnen ihn aus den Kohlehydraten, die in unserer täglichen Nahrung enthalten sind. Das Blut transportiert den Zucker zu den einzelnen Zellen, die ihn mit Hilfe des in der Bauchspeicheldrüse gebildeten Hormons Insulin aufnehmen. Wird dieses Hormon in zu geringer Menge oder überhaupt nicht produziert, entsteht ein Zuckerdefizit in den Zellen, während der Blutzucker steigt.

Zunächst nicht erkennbar, entstehen im Laufe der Erkrankung Veränderungen der Blutgefäße. Auch das Auge ist davon betroffen. Wir sprechen von der diabetischen Netzhaut-Erkrankung (Retinopathia diabetica), einer chronischen Durchblutungsstörung der Netzhaut, die das Sehen beeinträchtigen und unter Umständen zur Erblindung führen kann.

Was versteht man unter diabetischer Retinopathie?

Bei der diabetischen Retinopathie erkranken als Folge der Stoffwechselstörung die Gefäße in der Netzhaut. Sie dient der Lichtwahrnehmung. Sinneszellen in der Netzhaut nehmen die Lichtreize auf, die aus der Außenwelt auf das Auge treffen, und leiten sie zum Gehirn weiter. Dort werden sie zu dem von uns wahrnehmbaren Bild verarbeitet. Für die Ernährung der Netzhaut sorgen ihre Gefäße. Die Erkrankung führt dazu, dass ein Teil zugrunde geht, andere werden für Blutbestandteile und Blut durchlässig. Es kommt zu immer wiederkehrenden Blutungen und schließlich zu Gefäßwucherungen.

Die diabetische Retinopathie entwickelt sich zwar sehr langsam, man muss aber damit rechnen, dass nach 10 bis 15 Jahren zwei Drittel aller Diabetiker von Durchblutungsstörungen der Netzhaut betroffen sind. Tritt die Zuckerkrankheit bereits in der Jugend auf, verläuft ihre Entwicklung rascher; bei Erkrankung im höheren Alter dagegen meist langsamer und schleichend. Wichtig ist die durch entsprechende Medikamente und Diät exakte Einstellung des Diabetes, um das Fortschreiten der Retinopathie hinauszuzögern.

Verlauf der diabetischen Retinopathie

Es gibt die Hintergrunds-Retinopathie besteht in herdförmig auftretenden Gefäßveränderungen, Blutungen in die Netzhaut und vermehrter Ablagerung von Fettsubstanzen. Die fortschreitende oder proliferative Retinopathie führt zur Bildung neuer Blutgefäße, die in das Auge hinein wachsen und die Ursache für schwere Blutungen in das Augeninnere sind. Die immer wiederkehrenden Blutungen können schließlich zur Erblindung führen.

Behandlung der diabetischen Retinopathie

Eine Heilung der diabetischen Netzhaut-Erkrankung ist derzeit noch nicht möglich. Allgemein gilt der Grundsatz: je früher die diabetische Netzhaut-Erkrankung entdeckt wird, und je eher die Behandlung einsetzt, um so besser sind die Erfolgsaussichten. Die exakte Einstellung der Blutzuckerwerte ist eine Grundvoraussetzung zum Schutz gegen die Folgen der diabetischen Retinopathie. Sind Netzhautveränderungen und eine Verschlechterung des Augen-Hintergrundbefundes bereits vom Augenarzt festgestellt worden, so kann mit einer Laser-Behandlung in vielen Fällen das Fortschreiten der Auswirkung auf die Sehleistung verlangsamt oder gar zum Still stand gebracht werden.

Bei der Laser-Therapie genannt werden gezielte Lichtstrahlen auf die geschädigte Netzhaut gerichtet, die krankhafte Blutgefäß-Wucherungen zerstören. So wird unter anderem auch die Bildung weiterer Gefäßveränderungen unterdrückt. Laser-Behandlungen sind nahezu schmerzlos und müssen je nach Stadium der Erkrankung wiederholt werden. Ob diese Therapie stationär oder ambulant erfolgt, kann von Fall zu Fall nur der behandelnde Augenarzt entscheiden.

Bei weit fortgeschrittener Erkrankung mit ausgedehnten Gefäßwucherungen und schweren Blutungen ins Augen-Innere gibt es Eine Operationsmöglichkeit, die Vitrektomie, mit der gewisse Erfolge erzielt werden können.

Der Erblindung vorbeugen, denn sie ist unheilbar

Die erfolgreiche Behandlung der diabetischen Retinopathie hängt von der frühen Entdeckung des Leidens ab. Da die Anfangsstadien keine Beschwerden verursachen, sollte der Diabetiker grundsätzlich mindestens einmal im Jahr seinen Augenarzt konsultieren, damit eine regelmäßige Untersuchung des Augenhintergrundes gewährleistet ist. Beim Vorhandensein der diabetischen Retinopathie müssen die Untersuchungen in kürzeren Zeitabständen erfolgen.

Die diabetische Retinopathie gehört zwar zu den häufigsten Erblindungs-Ursachen der vom Wohlstand geprägten Länder, aber auch zu den oftmals vermeidbaren.

Angemessene Lebensführung, sorgfältige Einstellung des Blutzuckers und Frühentdeckung der Netzhaut-Erkrankung sind entscheidend.

 

Falls Sie an Diabetes erkrankt sind, sind regelmäßige augenärztliche Kontrollen Ihrer Augen sehr wichtig. Man wird alle Möglichkeiten der modernen Augenheilkunde einsetzen, Ihr Sehvermögen zu erhalten. Helfen Sie Ihrem Augenarzt, indem Sie seine Hilfe rechtzeitig und regelmäßig in Anspruch nehmen.

Normaler Augenhintergrundbefund

Diabetische Backgroundretinopathie

Proliferative diabetische Retinopathie

 

© Berufsverband der Augenärzte Deutschlands e.V. (auszugsweise)

 


 

Die altersbedingte Makuladegeneration

Es gibt Krankheiten, bei deren Behandlung die ärztliche Kunst an Grenzen stößt und dem Patienten nicht die Hilfe zuteil wird, die er erwartet hat. Sie werden Ihre Krankheit und die Grenzen, die der Medizin gesetzt sind, verstehen, wenn Sie in Ruhe nachlesen oder sich vorlesen lassen, was Ihnen Ihr Augenarzt erklärt hat. Er möchte Sie vor Enttäuschungen bewahren und Ihnen Mut machen, die Hilfen zu nutzen, die er Ihnen empfehlen kann. Andere gibt es leider nicht. Versprechungen darüber hinaus wecken nur falsche Hoffnungen.

Die Makula (Gelber Fleck) ist die medizinische Bezeichnung für die Stelle des schärfsten Sehens in der Netzhautmitte. Auf der Makula wird immer das abgebildet, was wir gerade fixieren. Die weniger deutlich wahrzunehmende Umgebung des Fixierten wird auf die Netzhautbereiche außerhalb der Makula projiziert. Wir haben ein großes Gesichtsfeld, aber nur ein relativ kleiner Bildausschnitt in seinem Zentrum kann gestochen scharf gesehen werden.

Wie entstehen die Bilder, die wir sehen?

Der Vergleich mit einer Fotokamera wird den sehr viel komplizierteren Vorgängen im Auge und dem Sehzentrum im Gehirn zwar nicht gerecht, doch er hilft, sie besser zu verstehen. Durch die Pupille (die Blende) und die Augenlinse (Linse der Kamera) fällt das Licht auf die Netzhaut (Film). Unmittelbar hinter der Netzhaut liegt die für ihre Ernährung wichtige Aderhaut, und die äußere schützende Hülle bildet die Lederhaut.

Die Netzhaut, die bei unserem Vergleich dem Film in der Kamera entspricht, enthält Millionen von Sinneszellen. Die werden von den einfallenden Lichtstrahlen gereizt, und diese Reize leitet der Sehnerv weiter zum Sehzentrum im Gehirn. Erst dort nehmen wir sie als Bilder wahr. Während der Film in der Kamera überall die gleiche Lichtempfindlichkeit hat, ist die der Netzhaut unterschiedlich.

Die Makula, der ovale, etwa 2 mm große Bezirk in der Netzhautmitte, enthält die meisten Zapfen. Das sind die empfindlichsten Sinneszellen des Auges; nur sie befähigen uns zu scharfen Bildwahrnehmungen und zum Erkennen von Farben. Vom Rand der Makula nach außen hin nimmt der Anteil der Stäbchenzellen zu, die die Orientierung ermöglichen, wenn es nahezu dunkel ist. Die Funktion der Stäbchen bleibt von Veränderungen der Netzhautmitte unberührt, darum behalten Patienten mit altersbedingter Makuladegeneration in aller Regel ihr Orientierungsvermögen.

Die Krankheit und ihre Verlaufsformen

Sehr viele Menschen sind heute von der altersbedingten Makuladegeneration betroffen. Das liegt daran, dass wir länger leben als früher. Je älter wir werden, desto höher ist die Wahrscheinlichkeit, dass wir unsere zentrale Sehschärfe verlieren, weil die Sinneszellen in der Makula absterben.

Welche Einflüsse dafür verantwortlich sind, konnte bis heute noch nicht geklärt werden. Nach neueren Erkenntnissen der Ursachenforschung ist die altersbedingte Makuladegeneration keine unmittelbare Folge von Durchblutungsstörungen der Aderhaut. Darum können auch durchblutungsfördernde Medikamente weder die Sehschärfe verbessern noch den Krankheitsverlauf beeinflussen.

Die altersbedingte Makuladegeneration verursacht keine Schmerzen. Die ersten Anzeichen machen sich meist beim Lesen bemerkbar. Mitten im Schriftbild, dort, wo der Patient gerade hinschaut, ist ein verschwommener Fleck. Anfangs fehlen nur wenige Buchstaben, doch mit der Zeit wird dieser Fleck größer. Im späteren Stadium der Krankheit kann der Patient auch Gesichtszüge nicht mehr erkennen. Was aber in den meisten Fällen erhalten bleibt, ist das Sehen von schemenhaften Umrissen und Kontrasten, d.h. der Patient wird nicht blind. Die altersbedingte Makuladegeneration hat zwei unterschiedliche Verlaufstormen.

Die weitaus häufigere Form ist die trockene altersbedingte Makuladegeneration mit ganz allmählicher Sehverschlechterung. Gelegentlich tritt auch über längere Zeit ein Stillstand ein, so dass manche Patienten mit optischen oder elektronischen Hilfsmitteln noch bis ins hohe Alter lesen können.

Aus einer trockenen altersbedingten Makuladegeneration kann sich jederzeit die feuchte Verlaufsform entwickeln. Darum ist die ständige Beobachtung durch den Augenarzt unerlässlich. Die Chancen, mit Hilfe des Lasers einen dramatischen Abfall der Sehschärfe zu verhindern, sind am größten, wenn die aus der Aderhaut einsprießenden Gefäße noch keinen für den Patienten erkennbaren Schaden angerichtet haben.

Bei der feuchten Verlaufsform führt die flüssigkeitsbedingte Schwellung der Netzhaut zu einer Verzerrung des auf der Netzhaut entworfenen Bildes, so dass für den Patienten als erstes Anzeichen verbogene Linien gerader Objekte erscheinen. Da aber diese Schwellungszeichen von den Patienten nicht immer rechtzeitig bemerkt werden und die Krankheit deshalb rapide fortschreiten kann, ist eine ständige Beobachtung der Patienten durch den Augenarzt unerläßlich. Die Schwellung der Netzhaut wird durch durch krankhaft neugebildete Blutgefäße verursacht, die in der Netzhaut die Sinneszellen zerstören. Sind diese neugebildeten Gefäße noch nicht allzu sehr ausgebreitet, so können sie durch die Behandlung mit Laserstrahlen verödet und der Krankheitsverlauf dadurch wesentlich verlangsamt werden.

 

Seheindruck eines Patienten mit Makuladegeneration: Der fixierte Text ist nicht mehr leserlich. Die umgebenden Textstellen, die mit den benachbarten Netzhautfeldern wahrgenommen werden, erscheinen bereits deutlicher.

Welche Hilfsmittel können das Sehen verbessern?

Mit einer "stärkeren" Brille lässt sich höchstens im frühen Stadium der altersbedingten Makuladegeneration eine geringe Sehverbesserung erreichen. Es gibt aber spezielle optische oder elektronische Sehhilfen, die dem Patienten das Lesen ermöglichen. Allerdings muss er sehr viel Geduld aufbringen und den festen Willen haben, die anfangs erheblichen Schwierigkeiten zu überwinden. Je stärker diese Sehhilfen das Bild vergrößern, desto mehr engen sie das Gesichtsfeld ein. Doch wer immer gern gelesen hat, wird diese anstrengende Eingewöhnungszeit in Kauf nehmen und sich einen wichtigen Teil seiner Unabhängigkeit und Lebensqualität erhalten.

Auch zum besseren Erkennen entfernter Objekte stehen für sehbehinderte Patienten Hilfsmittel zur Verfügung - z.B. um das Geschehen auf dem Bildschirm verfolgen zu können.

Trotz der technischen Fortschritte auf dem Gebiet der vergrößernden Sehhilfen kommt längst nicht jeder Patient mit dem System zurecht, das theoretisch für ihn geeignet ist. Es genügt nicht, den Grad der Vergrößerung zu ermitteln, der im Moment günstig erscheint. Das Stadium und der weitere Verlauf der Krankheit sind ebenso entscheidend wie das Allgemeinbefinden des Patienten, seine Belastbarkeit, seine Motivation und seine Lebensgewohnheiten.

Allein der Augenarzt kennt die medizinischen, physiologischen, optischen und psychologischen Voraussetzungen, die bei jedem einzelnen Patienten berücksichtigt werden müssen, damit ihm Enttäuschungen erspart bleiben. Mit dem optischen oder elektronischen Hilfsmittel, das der Augenarzt empfiehlt, hat der Patient die wenigsten Schwierigkeiten und darum die besten Chancen. Wenn der Augenarzt von einem Versuch grundsätzlich abrät, weiß er, dass alle Mühen vergeblich sind. Er wird seinem Patienten andere Möglichkeiten eröffnen, wie z.B. die Hörbibliothek, bei der er eine sehr große Auswahl an Literatur auf Ton-Kassetten kostenlos ausleihen kann und sogar täglich die aktuellen Zeitungsmeldungen.

Führt die altersbedingte Makuladegeneration zur Erblindung?

Da die Sinneszellen, die außerhalb der Makula liegen, durch diese Krankheit nicht zerstört werden, bleibt dem Patienten das Orientierungsvermögen erhalten, im späten Stadium kann er Kontraste und Umrisse wahrnehmen. Vor dem Gesetz gilt er dann jedoch als blind und hat Anspruch auf Blindenhilfe.

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